16
JAN
2023

In der SuUB Bremen befinden sich 83 Papyri (84 Schriftstücke) aus dem 2. Jahrhundert unserer Zeitrechnung.  Die Fragmente wurden im Jahr 1902 in Echûmen in Oberägypten durch den Regierungsbaumeister Ludwig Borchardt ausgegraben. Der überwiegende Teil der Papyri ging nach Bremen, wo sie vom Geldgeber der Ausgrabung, Hermann Melchers, an die damalige Stadtbibliothek übergeben wurden. Weitere Teile gingen an andere Universitäten und Bibliotheken, bspw. an die UB Gießen.

Ein Fragment jedoch ereilte ein besonderes Schicksal: Es geriet in zwei Stücken in unterschiedliche Sammlungen. Die obere Hälfte des Fragments befindet sich unter der Signatur P.74 / Nr. 53 bei uns in der Bibliothek. Die untere Hälfte befindet sich mit der Signatur PL 21 in der Biblioteca Medicea Laurenziana in Florenz. Nun steht ein Digitalisat der unteren Hälfte zur Verfügung – beide Fragmente können erstmals gemeinsam angesehen werden.

Bei diesem Papyrus handelt sich um ein wahrscheinlich in der 2. Hälfte des 2. Jahrhunderts. entstandenen Brief eines Claudius Makareus, Leiter eines Verwaltungsbezirks, an Reginnianus. Der sonst nicht bekannte Makareus ermahnt Reginnianus als Beauftragten des Bezirks, Sorge dafür zu tragen, dass Theon (der das von ihm betreute Land bewirtschafte) seine Verabredung mit ihm einhalte.

Das Fragment hat schriftkundlichen Wert: Es ist ein Beispiel der sogenannten Kanzleischrift. Doch gibt es noch diverse Unklarheiten bei der Datierung und der Übersetzung. Zu hoffen ist, dass die virtuelle Zusammenführung der Fragmente zur Klärung dieser offenen Forschungsfragen beiträgt.

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